Herz versus Verstand?

10.11.2021 um 15:00 bis 28.02.2022 um 17:00

Philosophisches Seminar in Koordination mit dem Chinazentrum

Kurssprache: Deutsch

Zielgruppe:

Diese Veranstaltung richtet sich an Doktorand*innen aller Fakultäten. 

Informationen für die Teilnahmeerlaubnis für Postdocs finden Sie hier.

Trainerin:

Prof. Dr. Christine Blättler

Erstes Treffen:

Mittwoch, 10. November 2021, 15:00 - 16:30  Uhr

Der Veranstaltungsort bzw. der Linik für die Veranstaltung werden Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben.

Inhalt:

Immer wieder wird die 1919 vom Soziologen Max Weber durch Rationalisierung, Ökonomisierung und Technisierung konstatierte »Entzauberung der Welt« beklagt. Diese Klage paart sich gerne mit allgemeiner Modernekritik, die Emanzipation für einen Abfall vom Glauben und Sturz in Nihilismus hält und die Moderne mit einer epochalen utilitaristischen Rechnungsformation gleichsetzt.

Ein auf Nützlichkeitsdenken reduzierter Verstand wurde allerdings nicht erst in der europäischen Moderne moniert. Die Spannung zwischen Herz und Verstand begleitet wissenschaftliches Denken, das sich darum bemüht, die Welt über Begriffe und eine logische Ordnung zu fassen. Diese Spannung wird durch die neuere Arbeitsteilung zwischen Erkenntnistheorie und Moralphilosophie nicht aufgelöst und stellt noch die gegenwärtige Wissenschaftsphilosophie vor Herausforderungen.

In dieser Veranstaltung widmen wir uns einem Kapitel aus der Geschichte des chinesischen Denkens aus den fünf vorchristlichen Jahrhunderten. Gegenüber dem Anspruch des Nützlichkeitsdenkens treten kritische Stimmen auf, die sich auf das Herz als Fundament des menschlichen Lebens berufen. Im Kurs wenden wir uns den Argumenten und rhetorischen Figuren dieser Kritik zu.

Literaturempfehlungen:

Max Weber. Wissenschaft als Beruf, in: Weber, Schriften 1894-1922, ausgewählt und hg. v. Dirk Kaesler, Stuttgart, Kröner 2002, 474-511.

Cheng, Anne. Grundriss des chinesischen Denkens. Meiner Verlag, 2021.

Bauer, Wolfgang. Geschichte der chinesischen Philosophie. Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus. Herausgegeben von Hans van Ess. München, H.C. Beck Verlag, 2001.

Schleichert, Hubert/Heiner Rötz. Klassische chinesische Philosophie. Eine Einführung. Rote Reihe Klostermann, 2021.

Zhuangzi. Mit den passenden Schuhen vergißt man die Füße. Ein Zhuangzi-Lesebuch. Aus dem Chinesischen übertragen und herausgegeben von Henrik Jäger. J.H. Röll Verlag, 2009.

Zhuangzi. Das Buch der daoistischen Weisheit: Gesamttext Gebundene Ausgabe. Herausgegeben von Viktor Kalinke. 2019 Pro

Alle Literatur findet sich im Seminarapparat des Philosophischen Seminars, z.T. wird sie auch als pdf zur Verfügung gestellt.

Anmeldeverfahren:

Anmeldungen nehmen wir bis zum 4. November 2021 über unser Online-Portal entgegen.

 

Bei Fragen zu der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Frau Prof. Dr. Christine Blättler, Philosophisches Seminar: blaettler@philsem.uni-kiel.de

 

 

 

 

 

 

 

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