Historie und Fiktion: Was stimmt denn nun? Die Repräsentation von Geschichtstheorie in britischen Romanen des 21. Jahrhunderts

25.11.2014 von 18:15 bis 20:15

Manja Kürschner, Doktorandin am Englischen Seminar

Die britische Autorin A.S. Byatt hat in ihrer Aufsatzsammlung On Histories and Stories im Jahr 2000 eine entscheidene Frage gestellt: „Why has history become imaginable and important again? Why are these books not costume drama or nostalgia?“ Im Jahr 2014 wird aller Kritik und Skepsis zum Trotz weiterhin Historisches im Rahmen von Fiktion präsentiert, obwohl wir spätestens seit Immanuel Kant wissen, dass wir unsere Welt – und damit auch unsere vergangene Lebenswirklichkeit – konstruieren. Seit der Erkenntnis, dass wir weniger als ein Prozent des elektromagnetischen Spektrums wahrnehmen, steht die Frage im Raum, wie weiterhin ernsthaft angenommen werden kann, dass das, was wir wahrnehmen, der Realität außerhalb unserer Wahrnehmung entspricht; geschweige denn, dass die vergangene Lebenswirklichkeit durch Zeitzeugenberichte und Geschichtsschreibung unversehrt überliefert werden könne. Und dennoch: der Drang, Fakten von Fiktionen zu trennen, hält und treibt an. Metahistoriografische Romane des 21. Jahrhunderts setzen sich mit den Defiziten und Potentialen zeitgenössischer Geschichtsschreibung auseinander und nutzen die besonderen erzählerischen Mittel der Fiktion, um über Geschichte nachzudenken.

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