Thermographische Darstellung von Venenmustern am Arm – Eine alternative Methode zur Identifizierung lebender Personen?

06.05.2014 von 18:00 bis 20:00

Stefanie Anders, Doktorandin in der Abteilung für Humanbiologie am zoologischen Institut

AndersUm Straftaten aufklären zu können, ist es in der Kriminalistik oft notwendig, die Identität einer Person eindeutig bestimmen zu können. Hierzu werden verschiedene Methoden herangezogen, wie zum Beispiel die Identifizierung einer Person anhand von Fingerabdrücken oder genetischem Material (Haare, Speichel), welches die Person am Tatort hinterlässt.

Eine ebenfalls häufig angewandte Methode ist die Identifizierung anhand von Lichtbilddateien. Hierbei handelt es sich um die Auswertung von Bildmaterial gefertigt von Überwachungskameras in Banken, Geschäften, im Straßenverkehr oder an öffentlichen Plätzen. Eine ungünstige Kameraposition, schlechte Bildqualität oder gesichtsverdeckende Objekte wie z.B. Schal oder Mütze erschweren jedoch die eindeutige Identifizierung einer Person. Um eine verbesserte Methodik zu entwickeln, wurde im Rahmen der vorgestellten Arbeit untersucht, ob sich das Venenmuster an Handrücken und Unterarm eines Menschen zu seiner zweifelsfreien Identifizierung eignet. Dies würde voraussetzen, dass das Venenmuster eines Menschen spezifisch, unveränderlich und objektiv zu beurteilen ist. Diese Frage wurde im Rahmen der vorliegenden Studie untersucht. Zur Sichtbarmachung des Venenmusters wurden die Handrücken und Unterarme von 52 Personen mit Hilfe einer Wärmebildkamera fotografiert und der Verlauf sowie die Verzweigungshäufigkeit der Venen anhand der entstandenen Bilder untersucht.

Könnte die Installation von Wärmebildkameras im Geldautomatenbereich von Banken oder im Kassenbereich von Geschäften in Zukunft möglicherweise die Aufklärung von Straftaten erleichtern? Welche weiteren Methoden zur Identifizierung lebender Personen gibt es? Mit diesen Fragen wird sich dieser Vortrag beschäftigen.

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