`Plus-Ultra`- Der Ursprung des Dollarsymbols. Die Devise Karls V. [1500-1558] im Wandel durch Zeit und Raum

20.05.2014 von 18:00 bis 20:00

Maren C. Biederbick M. A., Doktorandin der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes"

MarenAusgehend vom „Dialogo dell’imprese militari ed amorose“, einem Kernstück emblematischer Literatur, in dem der Historiker Paolo Giovio [1483-1552] Markenzeichen hochrangiger Persönlichkeiten der frühen Neuzeit beschreibt, soll exemplarisch eine dieser Impresen in ihrer Entstehung, Bedeutung und in ihrem Wandel betrachtet werden.

Eine Imprese besteht aus einem Bild- und einem Textanteil, deren Bedeutung komplementär eine individuelle Lebensdevise ergeben. Diese zu entschlüsseln dürfe weder zu schwer noch zu leicht fallen, weshalb der Text möglichst knapp und in einer Fremdsprache zu verfassen sei, während für das Bild nur wenige prägnante Objekte oder auch Tiere aber keine menschliche Darstellungen zu wählen sind. Giovio definierte diese Bedingungen erstmalig und prägte damit das geistige Leben Europas für eineinhalb Jahrhunderte. In einem stilisierten Selbstporträt wollte er dabei nur festhalten, welche Zeichen ihn im Laufe seines Lebens beeindruckten. Zu der Zeit hatte dieses europäische Phänomen seinen Höhepunkt erreicht. Sein ursprüngliches Aufkommen wurde durch die Entdeckung Horapollos Handschrift 1419 begünstigt.

Impresen dienen non-verbaler Kommunikation politischer Absichten, die in antiker Manier als verso auf die Währung ihrer Träger geprägt wurde. Wie ein personalisiertes Wappen wurde mit ihnen auf Immobilien, Möbeln, Kleidungen, Rüstungen und anderen Wert- und Alltagsgegenständen der Herrschaftsbereich über die eigenen Besitztümer hinaus noch bei Untertanen und Alliierten markiert.

Neben der Signalisierung der eigenen Intentionen – friedvolles Regieren, Stärke, Machtvergrößerung, Rache, Liebe, Abenteuerlust, etc. – war es ein exklusives Spiel, bei dem diskret die eigene Bildung demonstriert wurde, indem sowohl im Bild- als auch im Textanteil Inhalte antiker Schriftquellen rekurrieren.

Wer keine Imprese hatte und finden konnte, suchte die Dienstleistung eines Gelehrten wie Paolo Giovio. Wer durch eine Tat besonders hervorstach, dem erfand diese Gesellschaft eine Imprese zu seinem Lob oder zu seiner Schmäh. Auch wenn manche dieser ungewollt fremderfunden Impresen fiktiv blieben, wurden sie doch über die Impresenbücher bekannt.

1516 wurde Karl V. [Gent 1500-1558 Yuste] von Bischof Luigi Marliani [gest. 1521] in der Predigt der Kapitelversammlung des Ordens vom Goldenen Vlies als „neuer Atlas“ stilisiert und ihm der Wahlspruch Plus ultra empfohlen. Er sollte die Prophezeiung erfüllen und über die Grenzen des im Altertum bekannten Reiches und jenes von Karl dem Großen hinaus ein tausendjähriges Reich schaffen.

Mit welchem Bild er dieses Konzept verband, welche Medien zur Vermittlung genutzt wurden, welchen Eindruck dies auf Außenstehende machte, wie Bild, Spruch und Medien sich im Laufe seines Lebens – plus ultra – und darüber hinaus wandelten, diese Entwicklung soll nachvollzogen werden.

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